Land

Kirgisistan

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Kirgisistan, auch Kirgistan, veraltet Kirgisien; amtlich Kirgisische Republik, ist ein Binnenstaat in Zentralasien mit rund 6,5 Millionen Einwohnern, die mehrheitlich muslimische Kirgisen sind.

Geographie

Der gebirgige Binnenstaat Kirgisistan hat eine Landesfläche von 199.951 km² und etwa 6,5 Millionen Einwohner. Das Land grenzt im Südosten an die Volksrepublik China (Länge der Grenze 1048 km), im Norden an Kasachstan (1113 km), im Südwesten an Tadschikistan (972 km) und im Nordwesten an Usbekistan (1374 km). Das kirgisische Territorium umschließt vier usbekische Enklaven: Soʻx, Shohimardon, Chong-Kara und Jangail sowie die beiden tadschikische Enklaven Qairaghotsch und Woruch.

Relief

Kirgisistan liegt im Hochgebirge des Tianshans und erreicht mit dem 7439 m hohen Dschengisch Tschokusu die größte Höhe. Über 90 % des Territoriums befinden sich oberhalb von 1500 Metern Seehöhe, 94 % der Landesfläche sind gebirgig, nur auf 20 % der Fläche ist das Betreiben von Landwirtschaft möglich. Geologisch ist der Tianshan ein junges Gebirge (Känozoikum), weshalb die Berge in Kirgisistan dominant und schroff aufragen und Täler sich tief einschneiden. Den südlichen Abschluss des Landes bildet die Gebirgskette des Alai, wo sie in das Pamir-Gebirge übergeht.

Bis in eine Höhe von 1500 m besteht das Land aus Steppe, die allerdings durch weitläufige Bewässerungssysteme urbar gemacht wurde. Ab 1500 m herrschen alpine Wiesen und Weiden vor, die bis an die Schneefelder und Gletscher heranreichen. Die Wälder befinden sich in Höhenlagen von 1500 bis 4000 m ü. NN und beherbergen etwa 120 Baum- und Straucharten. Mit nur 4 % Waldfläche ist Kirgisistan eines der waldärmsten Länder Asiens, jedoch befindet sich im Gebiet Dschalalabat der größte Walnusswald der Welt.

Siehe auch: Liste der Gebirge in Kirgisistan

Gewässer

Kirgisistan verfügt über riesige Reserven an Oberflächenwasser. Etwa 30 % der Oberfläche sind von Gletschern oder ewigen Schneefeldern bedeckt. Es gibt mehr als 3000 Flüsse, von denen der größte der Naryn ist. Weitere Flüsse mit einer Länge über 200 km sind der Karadarja, der Tschüi, der Talas, der Sarydschas und der Kysyl-Suu. Die kirgisischen Flüsse führen jährlich etwa 44,5 Kubikkilometer Wasser ab. Sie speisen damit teilweise den großen zentralasiatischen Fluss Syrdarja, andere Flüsse fließen nach Xinjiang oder Tadschikistan ab.

Die Flüsse Kirgisistans haben ein großes Potential für die Gewinnung elektrischer Energie, das auch schon relativ gut erschlossen ist. Allein am Unterlauf des Naryn gibt es sechs Kraftwerke mit Dämmen. Die Kraftwerke Kirgisistans wurden jedoch vor mehr als dreißig Jahren errichtet und befinden sich nicht auf modernem Sicherheitsstandard. Das fehlende Geld und die Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte führen zu einem steigenden Risiko von Unfällen, vor allem für das dicht besiedelte Ferghanatal, das sich unterhalb mehrerer Talsperren befindet.

Klima

Das Klima Kirgisistans ist semiarid. Es ist von kurzen, trockenen und kontinentalen heißen Sommern und von langen kalten Wintern geprägt. Der Frühling ist kurz mit viel Regen und gleichzeitig stattfindender Schneeschmelze. Die täglichen Temperaturschwankungen sind erheblich.

Im Süden des Landes werden im Sommer Temperaturen von 45 °C gemessen, während im Winter die Temperaturen auf minus 18 °C fallen können.

Tiere und Pflanzen

Trotz seiner geringen Waldbestände beherbergt Kirgisistan die größten Walnusswälder der Welt. In den Wäldern leben Sibirisches Reh, Braunbär, Marder, Wildschwein, Wolf und Luchs. In den Hochlagen gibt es die höchst seltenen Arten Manul, Schneeleopard, Sibirischer Steinbock und Tianshan-Argali. Die Schneeleopardenpopulation brach aufgrund massiver Wilderei in jüngerer Zeit stark ein. Unter anderem durch die vom NABU Kirgistan, dem Innen- und Umweltministerium eingesetzte Anti-Wilderereinheit BARS gingen die Jagd und der Handel mit geschützten Arten zurück. Drei Murmeltierarten sind in den Hochwiesen weit verbreitet. Seit dem Zusammenbruch der sowjetischen Massenweidetierhaltung nach der Unabhängigkeit nehmen die Wolfbestände wieder zu.

Die Vogelwelt trägt der gebirgigen Lage des Landes Rechnung. Im Land leben Greifvogelarten wie beispielsweise Schwarzmilan, Gänsegeier, Schneegeier und verschiedene Adler- und Falkenarten. Seit Mitte der 1980er Jahre wandert die Hirtenmaina verstärkt aus Süden nach Kirgistan ein. Vogelzug findet sowohl horizontal (von Norden nach Süden) als auch vertikal (von höher gelegenen Berggegenden hinab bzw. hinauf) statt. Der Bienenfresser (Merops apiaster) ist in den Sommermonaten landesweit anzutreffen.

Ein Schutzgebiet, in dem die Hochgebirgsfauna des Landes geschützt wird, ist das Sarychat-Ertash-Naturreservat, das südlich des Issyk-Kul liegt.

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Kirgisistan, auch Kirgistan, veraltet Kirgisien; amtlich Kirgisische Republik, ist ein Binnenstaat in Zentralasien mit rund 6,5 Millionen Einwohnern, die mehrheitlich muslimische Kirgisen sind.

Geographie

Der gebirgige Binnenstaat Kirgisistan hat eine Landesfläche von 199.951 km² und etwa 6,5 Millionen Einwohner. Das Land grenzt im Südosten an die Volksrepublik China (Länge der Grenze 1048 km), im Norden an Kasachstan (1113 km), im Südwesten an Tadschikistan (972 km) und im Nordwesten an Usbekistan (1374 km). Das kirgisische Territorium umschließt vier usbekische Enklaven: Soʻx, Shohimardon, Chong-Kara und Jangail sowie die beiden tadschikische Enklaven Qairaghotsch und Woruch.

Relief

Kirgisistan liegt im Hochgebirge des Tianshans und erreicht mit dem 7439 m hohen Dschengisch Tschokusu die größte Höhe. Über 90 % des Territoriums befinden sich oberhalb von 1500 Metern Seehöhe, 94 % der Landesfläche sind gebirgig, nur auf 20 % der Fläche ist das Betreiben von Landwirtschaft möglich. Geologisch ist der Tianshan ein junges Gebirge (Känozoikum), weshalb die Berge in Kirgisistan dominant und schroff aufragen und Täler sich tief einschneiden. Den südlichen Abschluss des Landes bildet die Gebirgskette des Alai, wo sie in das Pamir-Gebirge übergeht.

Bis in eine Höhe von 1500 m besteht das Land aus Steppe, die allerdings durch weitläufige Bewässerungssysteme urbar gemacht wurde. Ab 1500 m herrschen alpine Wiesen und Weiden vor, die bis an die Schneefelder und Gletscher heranreichen. Die Wälder befinden sich in Höhenlagen von 1500 bis 4000 m ü. NN und beherbergen etwa 120 Baum- und Straucharten. Mit nur 4 % Waldfläche ist Kirgisistan eines der waldärmsten Länder Asiens, jedoch befindet sich im Gebiet Dschalalabat der größte Walnusswald der Welt.

Siehe auch: Liste der Gebirge in Kirgisistan

Gewässer

Kirgisistan verfügt über riesige Reserven an Oberflächenwasser. Etwa 30 % der Oberfläche sind von Gletschern oder ewigen Schneefeldern bedeckt. Es gibt mehr als 3000 Flüsse, von denen der größte der Naryn ist. Weitere Flüsse mit einer Länge über 200 km sind der Karadarja, der Tschüi, der Talas, der Sarydschas und der Kysyl-Suu. Die kirgisischen Flüsse führen jährlich etwa 44,5 Kubikkilometer Wasser ab. Sie speisen damit teilweise den großen zentralasiatischen Fluss Syrdarja, andere Flüsse fließen nach Xinjiang oder Tadschikistan ab.

Die Flüsse Kirgisistans haben ein großes Potential für die Gewinnung elektrischer Energie, das auch schon relativ gut erschlossen ist. Allein am Unterlauf des Naryn gibt es sechs Kraftwerke mit Dämmen. Die Kraftwerke Kirgisistans wurden jedoch vor mehr als dreißig Jahren errichtet und befinden sich nicht auf modernem Sicherheitsstandard. Das fehlende Geld und die Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte führen zu einem steigenden Risiko von Unfällen, vor allem für das dicht besiedelte Ferghanatal, das sich unterhalb mehrerer Talsperren befindet.

Klima

Das Klima Kirgisistans ist semiarid. Es ist von kurzen, trockenen und kontinentalen heißen Sommern und von langen kalten Wintern geprägt. Der Frühling ist kurz mit viel Regen und gleichzeitig stattfindender Schneeschmelze. Die täglichen Temperaturschwankungen sind erheblich.

Im Süden des Landes werden im Sommer Temperaturen von 45 °C gemessen, während im Winter die Temperaturen auf minus 18 °C fallen können.

Tiere und Pflanzen

Trotz seiner geringen Waldbestände beherbergt Kirgisistan die größten Walnusswälder der Welt. In den Wäldern leben Sibirisches Reh, Braunbär, Marder, Wildschwein, Wolf und Luchs. In den Hochlagen gibt es die höchst seltenen Arten Manul, Schneeleopard, Sibirischer Steinbock und Tianshan-Argali. Die Schneeleopardenpopulation brach aufgrund massiver Wilderei in jüngerer Zeit stark ein. Unter anderem durch die vom NABU Kirgistan, dem Innen- und Umweltministerium eingesetzte Anti-Wilderereinheit BARS gingen die Jagd und der Handel mit geschützten Arten zurück. Drei Murmeltierarten sind in den Hochwiesen weit verbreitet. Seit dem Zusammenbruch der sowjetischen Massenweidetierhaltung nach der Unabhängigkeit nehmen die Wolfbestände wieder zu.

Die Vogelwelt trägt der gebirgigen Lage des Landes Rechnung. Im Land leben Greifvogelarten wie beispielsweise Schwarzmilan, Gänsegeier, Schneegeier und verschiedene Adler- und Falkenarten. Seit Mitte der 1980er Jahre wandert die Hirtenmaina verstärkt aus Süden nach Kirgistan ein. Vogelzug findet sowohl horizontal (von Norden nach Süden) als auch vertikal (von höher gelegenen Berggegenden hinab bzw. hinauf) statt. Der Bienenfresser (Merops apiaster) ist in den Sommermonaten landesweit anzutreffen.

Ein Schutzgebiet, in dem die Hochgebirgsfauna des Landes geschützt wird, ist das Sarychat-Ertash-Naturreservat, das südlich des Issyk-Kul liegt.

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